Störche in Rheinland-Pfalz

Störche in Rheinland-Pfalz

Die heutige Population von Weißstörchen in Rheinland-Pfalz ist freilebend, selbstversorgend und selbstregulierend. Mit etwa 360 Storchenpaaren und etwa 670 flüggen Jungstörchen im Jahr 2019 steht der Weißstorchbestand auf stabilen Füßen. Dies war jedoch nicht immer so.

Wiederansiedlung

So galt der Storch in Rheinland-Pfalz längere Zeit als ausgestorben. Das Verschwinden des Weißstorches im gesamten Oberrheingebiet zeichnete sich bereits in den 50-er und 60-er Jahren ab. Von 1974 bis 1996 war der Storchenbestand in Rheinland-Pfalz erloschen.
Nach einem Tiefpunkt von nur noch 15 Storchenpaaren im Jahr 1975 startete man im benachbarten Baden-Württemberg mit der Storchenaufzuchtstation in Schwarzach ein Weißstorch-Wiederansiedlungsprojekt. Dieses wurde 1997 mit 151 Brutpaaren und 383 frei ausgeflogenen Jungstörche erfolgreich abgeschlossen.
Die verbliebenen Vögel wurden nach Rheinland-Pfalz überführt. Sie dienten als Projektvögel (zur direkten Auswilderung), als Lockvögel (zur Ansiedlung von Wildvögeln) und als Ammen für die Aufzucht von verwaisten Jungvögeln und Gelegen.

Entwicklung der Weißstorch-Horstpaare 1904-2019

Grafik der Weißstorch-Horstpaare von 1904-2019


Weißstorch Brutpaare und Jungvögelzahl

Entwicklung der Weißstorchbrutpaare 1996-2019

Heutige Aufgaben

Um ein erneutes Verschwinden frühzeitig zu merken und um eventuelle Gefahrenquellen zu ermitteln, protokolliert man die Nester anhand einer Nesterkarte, die Neststandorte( 2016, 2017, 2018, 2019) mit dem Bruterfolg und arbeitet mit der zuständigen Vogelwarte in Radolfzell eng zusammen. Nach Möglichkeit werden alle Jungvögel beringt. Die brütenden Störche werden, sofern sie beringt sind, abgelesen und die Ringnummern an die Vogelwarte gemeldet.
Besonders in der Zugzeit sind europaweit viele Ringableser unterwegs, die die rastenden Störche, vor allem an ihren Schlafplätzen, ablesen und die Ablesungen an die Vogelwarte melden. So entsteht eine solide Grundlage für die wissenschaftliche Erforschung der Zugwege, der Gefahren, der Bestandsentwicklung in den Brutgebieten und vieles mehr. Darüber hinaus freuen sich natürlich die Storchennestbetreuer und die Storchpaten vor Ort, wenn sie etwas über den Verbleib “ihrer” Schützlinge erfahren.

Wie bisher veröffentlichen wir – in Absprache mit der Vogelwarte Radolfzell – nicht die komplette Ringnummer, sondern nur einen “Ring-Code”, der sich aus dem Beringungsjahr und den beiden letzten Ziffern der Ringnummer zusammensetzt. Nestbetreuer und Paten, denen die komplette Ringnummer bekannt ist, werden damit problemlos “ihren” Storch erkennen. In regelmäßigen Abständen wird diese Wiederfundliste aktualisiert.